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Ostthüringer Zeitung vom 27. April 2006

Ein tolles 0:1!

Grafik Leser und Medien Im April 2006 kam es in der Regionalliga Nord zur Begegnung RW Erfurt vs Carl Zeiss Jena. In ihrer Vorberichterstattung zum Derby berichtet die Ostthüringer Zeitung am 27. April auch über unsere Berechnungen zu dieser traditionsreichen Begegnung. Und das Ergebnis gleich vorweg: Am 29. April 2006 endet die Partie nach einem Tor von Alexander Maul (17.) wie berechnet mit 0:1. Carl Zeiss stieg durch diesen Gewinn auf Rang 1 der Tabelle und am Ende der Saison mit 72 Punkten auf Rang 2 hinter RW Essen in die 2. Bundesliga auf. Wir haben uns sehr gefreut: Ein tolles 0:1! Autor:

Sebastian Helbing

für OTZ. Nachfolgend Abschrift, Direktlink nicht auffindbar.

OSTTHÜRINGER Zeitung OTZ Donnerstag, 27. April 2006

FC Carl Zeiss gewinnt Thüringenderby mit 1:0


Aachener Hardy Adelt berechnet Ergebnis
Jena (OTZ/bas). Das Thüringenderby ist längst entschieden.



Das Regionalliga-Punktspiel zwischen Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena endet mit 0:1. Das tippen zumindest die Experten auf fussballvorhersage.de.



“Darf ich korrigieren: Wir tippen nicht, das ist berechnet”, sagt Hardy Adelt. “Wir haben einen Algorithmus gefunden, der die Ergebnisse voraus berechnen kann”, erläutert der Aachener. Wie das genau geht, “ist aber Betriebsgeheimnis”. Adelt lacht. Anders als bei Sportwetten-Anbieter Oddset etwa, bei denen ein Experten-Gremium die Wettquote festlege, gibt es bei dieser Methode keinen menschlichen Einfluss. “Hier ist alles objektiv”, beteuert Adelt.



Wieso die Formel ausgerechnet für das Thüringenderby einen 1:0-Sieg für die Zeiss-Elf prognostiziert, kann sich Adelt erklären: “Wir nutzen die GuV-Bilanz”, sagt er. Was in der Wirtschaftssprache die Bilanz- und Verlustrechnung von Unternehmen ist, zielt beim Ansatz auf die Siege, Remis und Niederlagen der Teams ab. “Markant ist daran, dass wir ausschließlich die aktuellen Daten der Tabelle berücksichtigen”, so der 53-Jährige.



In seine Berechnungen sind nur die Spieltage der Saison eingeflossen. Da hat Rot-Weiß Erfurt zu Hause bisher neun Mal gewonnen, vier Remis erzielt und zwei Mal verloren. Adelt aber bleibt dabei: Jena siegt bei einer mittleren Wahrscheinlichkeit mit 1:0. Schließlich hat die Zeiss-Elf auf fremden Plätzen bisher einmal mehr gewonnen als Erfurt daheim. Die Zahlen-Tripel seien entscheidend. “Wir stellen sie derartig gegeneinander und verrechnen sie, dass die Kräfteverhältnisse gewahrt bleiben”, sagt er. “Auf historische Daten wie die vergangene Saison zurückzugreifen, macht bei der hohen Spieler-Fluktuation keinen Sinn”, meint der studierte Informatiker. Bei den Erfurtern beispielsweise sind lediglich vier Spieler aus dem letztjährigen Zweitliga-Kader dabei, bei Jena spielt derweil überwiegend das Oberliga-Team. Namen spielten keine Rolle, die Zahlen seien entscheidend, meint Adelt.



Extra für OTZ hat er gestern den Ausgang der Saison prognostiziert: Demnach holen die Jenaer insgesamt 77 Punkte, schaffen den Sprung an die Tabellenspitze aber nicht, weil Essen nach dem Remis in Erfurt am letzten Spieltag 78 Zähler auf dem Konto hat. Nach Adelts Berechnungen fällt die Entscheidung für Jenas Zweitliga-Aufstieg erst in Oberhausen. Kiel wird als Dritter nur zwei Punkte Rückstand haben. Der Aachener weist aber gleich darauf hin: Schon der kommende Spieltag könne die Prognose über den Haufen werfen.



In manchen Fällen reichen schon die Schlussminuten. “Da können sich Ergebnisse noch drehen”, sagt er. Ohne diese heiß umkämpften Endphasen wäre die Treffsicherheit seines Algorithmus noch höher. Für die Erfurter Partie vergangene Woche gegen Preußen Münster hatte er beispielsweise ein 1:0 für RWE berechnet. Es hätte gestimmt, wenn Brinkmann (83.) nicht ausgeglichen hätte. Für Jenas Spiel gegen Bremen II war ein 2:0 prognostiziert. Wären beide Elfmeter im Netz gelandet, Adelt hätte recht behalten. “Fußball ist auch irgendwie unberechenbar”.

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