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Interview mit Andreas Gläser baufresse.de Berlin

Der BFC war schuld am Mauerbau

Grafik Interview Nach Lektüre und Telefonat lerne ich Andreas Gläser (43) kennen, der nicht nur sagt was er denkt, sondern auch schreibt was er sagt. Andreas ist seit seiner Kindheit Anhänger des BFC Dynamo Berlin und mir als "Westzipfler" ist dieser Verein bestenfalls als Mielke-Klub bekannt. Ich habe keine Ahnung.
"Der BFC war schuld am Mauerbau". Der Titel lässt mich aufhorchen und ich freue mich auf folgendes Interview mit Autor Andreas Gläser, baufresse.de, Berlin, April 2008:



FuVo Hallo Andreas, der Buchtitel reizt. Das wusstest Du schon vor seiner Veröffentlichung?


Erstlingswerk - Der BFC war schuld am Mauerbau - von Andreas Gläser Andreas Gläser
Nein. Im Buch geht es um Arbeit, Sport und Spiel, damit wollte ich möglichst viele Leute erreichen. Ich hatte keine genauen Vorstellungen vom Titel, diese Entscheidung würde sich ohnehin der jeweilige Verlag vorbehalten wollen, wusste ich. Viele Titel und Cover finde ich langweilig, aber die Verlage haben ihre Erfahrungen, wonach überwiegend ältere Frauen aus Süddeutschland die meisten Bücher kaufen, und diese Gruppe wollen sie nicht verschrecken. Bevor ich beim Aufbau Verlag im Gespräch war, war ich es auch bei einem anderen Verlag, da lautete der Arbeitstitel für die selbe Geschichtensammlung, frei nach einer Story, "Ich will die soziale Marktwirtschaft". Geradezu den Flop programmierend. Im Literaturbetrieb haben viele Leute wenig Bezug zum Fußball, machen allenfalls WM- und EM-Titel. Am Ende des ersten Gesprächs mit dem Aufbau-Lektor, als ich auf die Titeldiskussion noch gar nicht gefasst war, sah er beiläufig auf das Inhaltsverzeichnis, zeigte auf eine Zeile und sagte: "Der BFC war schuld am Mauerbau - so könnte doch das Buch heißen, oder?" Ich war erleichtert, sagte zu, obwohl ich eher befürchtete, der Titel sei zu eingrenzend, was das Leserpotenzial beträfe. Im nachhinein stellte sich der Titel als kleiner Garant heraus, dass ich immerhin im Nordosten wahrgenommen wurde.



FuVo Neben Bayern München ist der BFC als einziger Verein der Bundesrepublik berechtigt, die drei Ehrensterne für 10 und mehr nationale Meisterschaften zu tragen. Wie sehr geht Dir das ein?


Andreas Gläser
Das war für einige Wochen ein Thema im BFC-Forum, bis es vielen auf den Keks ging. Klar, wenn jeder deutsche Meister der Nachkriegszeit das Recht haben soll, soll es auch der aus DDR haben. Aber die Diskussion um die Sterne war ein unbedeutender Nebenschauplatz, gemessen am ständigen Überlebenskampf im hier und heute. Als Fan trage ich keine Werbung, keine Sterne, keine Slogans - dafür weinrot-weiß, gerne auch im Alltag.



Hoffenheim wird Meister und Hauptstadt, na und?



FuVo Nach Lektüre weiß ich nun, in 1954 wurde die komplette Mannschaft von Dynamo Dresden nach Berlin umgezogen. Es ging um den Aufbau einer leistungsstarken Mannschaft, die auch international mithält. Eine politische Entscheidung. Welche Reaktionen aus Dresden sind Dir bewußt geworden?


Andreas Gläser
Ich stieß 1978 dazu, das war kein Thema unter 13jährigen. Aber Reaktionen gab es aus Dresden und anderswo sicherlich, allerdings nicht nur auf die Dynamo-Berlin-Nummer, denn die war kein Einzelfall, auch nicht der krasseste. Der gesamte Verein Empor Lauter aus dem Erzgebirge siedelte nach Rostock um, nannte sich Jahre später FC Hansa ... Es gab ein halbes Dutzend großkalibrige Umdelegierungen. Und in Berlin war Dynamo auch nicht gleich die sportliche Nummer 1, auch nicht sofort der unbeliebte Verein. Hier fand das Geplänkel über Jahre zwischen dem Armeesportklub Vorwärts, dem sechsfachen Meister, und Union statt.



FuVo Finanzstarke Klubs kaufen heute finanzschwächeren Klubs die Spieler weg. Siehst Du Parallelen zu 1954?


Andreas Gläser
Egal zu welcher Zeit und in welchem System, die meisten Spieler schließen sich aus wirtschaftlichen Gründen freiwillig den Clubs der Metropolen an; egal ob für einen Ost-Apfel oder für ein West-Ei. Hoffenheim wird Meister und Hauptstadt, na und?



Tradition verpflichtet?



FuVo In FanForen wird gern nach Tradition gefragt. Was macht sie aus, was ist sie wert? Und das in Zusammenhang mit Werksklubs und aktuell jetzt Hoffenheim. So streicht man dort das Gründungsjahr 1899 bewußt heraus. Welche Verpflichtung hat Tradition aus Deiner Sicht? Siehe dazu bfcdynamo.de: "Tradition verpflichtet".


Andreas Gläser
Der Verein existierte lange bevor ich ihn wahr genommen hatte, außerdem wurde mit der Gründung der DDR sowieso alles umgekrempelt - ich hatte nicht den Eindruck, dass es den durchaus proletarischen Dynamos aus meinem Kiez an Tradition mangelte. Dynamo hatte für mich Geschichte, meinetwegen angelehnt an die Namensvetter aus der Sowjetunion, die es schon fünf Jahrzehnte davor gab. Seltsamer finde ich, wenn ein ostdeutscher Verein, der zur vorletzten Jahrhundertwende gegründet wurde, aber während vier DDR-Jahrzehnten nicht präsent war, plötzlich wieder an eine Zeit anknüpfen will, die kaum ein Zeitgenosse miterlebt haben dürfte.



FuVo Nach 1989 beginnt die sportliche Talfahrt des BFC. Finanzielle wie personelle Unterstützung gingen zur Wendezeit verloren. Es folgte die Umbenennung in FC Berlin. 1999 folgte die Rückbenennung in BFC Dynamo. Warum Rückbenennung?


Andreas Gläser
Weil man sich mit der Umstrukturierung des Arbeiter- und Bauernstaates in eine Dienstleistungsgesellschaft nicht die Mundart abgewöhnen lassen wollte. Umgangssprachlich gab es den FC Berlin nie, die Fans hatten das Emblem und so weiter nicht angenommen. Als BFC-Fan der ´70er und ´80er war man nicht unkritisch, was den Dynamo-MfS-Aspekt betrifft, aber die DDR und Dynamo sind wohl oder übel ein Teil der Geschichte vieler Fans. Der FCB stand für den Kuschelkurs der alten Riege, die plötzlich auf „unpolitische Marktwirtschaft“ machen wollte, und zwar ganz schlecht. Die zehn Millionen für Thom und Doll, für ein Dutzend Spieler, die haben sie eingesackt, aber die DDR-Pokale haben sie fast verschrottet, die mussten einige Fans über ebay zurück erobern.



FuVo Nach 1989 beginnt die sportliche Talfahrt des BFC. Finanzielle wie personelle Unterstützung gingen zur Wendezeit verloren. Es folgte die Umbenennung in FC Berlin. 1999 folgte die Rückbenennung in BFC Dynamo. Warum Rückbenennung?


Andreas Gläser
Weil man sich mit der Umstrukturierung des Arbeiter- und Bauernstaates in eine Dienstleistungsgesellschaft nicht die Mundart abgewöhnen lassen wollte. Umgangssprachlich gab es den FC Berlin nie, die Fans hatten das Emblem und so weiter nicht angenommen. Als BFC-Fan der ´70er und ´80er war man nicht unkritisch, was den Dynamo-MfS-Aspekt betrifft, aber die DDR und Dynamo sind wohl oder übel ein Teil der Geschichte vieler Fans. Der FCB stand für den Kuschelkurs der alten Riege, die plötzlich auf „unpolitische Marktwirtschaft“ machen wollte, und zwar ganz schlecht. Die zehn Millionen für Thom und Doll, für ein Dutzend Spieler, die haben sie eingesackt, aber die DDR-Pokale haben sie fast verschrottet, die mussten einige Fans über ebay zurück erobern.



In Hohenschönhausen wären die Bayern gerne gesehen



FuVo Der BFC ist im Sportforum Hohenschönhausen beheimatet. Es ist laut Wikipedia "auch heute noch Europas größtes zusammenhängendes Sportgelände mit allen sportlichen Möglichkeiten". Ist der BFC ein noch schlafender Riese?


Andreas Gläser
Der BFC und seine Fans, die werden in der breiten Öffentlichkeit hauptsächlich auf alte Stasis und neue Nazis reduziert, über diesen Ruf müsste ein Finanzkräftiger stehen und einiges gerade rücken, das Potenzial abrufen, dass es im Nordosten Berlins durchaus gibt. Immerhin hatte der 2-Minuten-Fußweg-Nachbar, der Serien-Eishockey-Meister Dynamo Berlin, heute Eisbären, dieses Problem nie derart. Da flammte mal das Hooligan-Thema auf, bei Dynamo Dresden genauso, aber im Grunde wurden deren Probleme angemessener behandelt ... Der BFC lebt derzeit von den kleinen Handwerker-Buden, von einem mittelgroßen Telekommunikationsunternehmen ... Als sportlicher Riese könnte der BFC mit der faireren Wahrnehmung erwachen. Die potenziellen 12.000 Stadionbesucher wohnen schon im Umkreis von zehn kurzen Straßenbahnstationen.



FuVo Bayern München ist bekannt für seine Freundschaftsspiele. Eine bessere Imagepflege kann ich mir nicht vorstellen. Gab und gibt es Kontakte?


Andreas Gläser
Es gibt kaum Kontakte zu Hertha BSC, im Sommer 2007 gab es ein offizielles Vorbereitungsspiel, Hertha trat alles andere als mit der Ersten an. Die Vereinigung klappt nicht einmal Stadtintern … aber in Hohenschönhausen wären die Bayern mit Sicherheit gerne gesehen. Bestehende Kontakte? Wohl kaum.



Erstlingswerk - Der BFC war schuld am Mauerbau - von Andreas Gläser Das Erstlingswerk "Der BFC war schuld am Mauerbau" von Andreas Gläser erschien 2002 im Aufbau Taschenbuch Verlag, ISBN 3-7466-1861-4.

Wladimir Kaminer

beschreibt: Andreas Gläser steht mit seinem ersten Buch ganz allein auf dem Schlachtfeld der Literatur - Im Kampf gegen das Spießertum.



Nach freundlicher Genehmigung durch Frau Stefanie Werk vom Aufbau Verlag und natürlich durch den Autor selbst, veröffenlichen wir folgende Leseprobe auf unserem Projekt. Andreas bemerkt dazu: Als meinen potenziellen Beitrag für FuVo.de würde ich einen literarischen passend finden, vielleicht "Hunderennen" aus "Der BFC ...".



Leseprobe für FuVo.de



Hunderennen
Ich will wohlhabend sein, aber nichts dafür machen. Und das ziehe ich auch durch: Nichts. Oft geht es gegen Mittag los: Ich stehe auf, dusche, frühstücke und heize den Ofen an. Ich würde gerne spazierengehen. Doch genug geträumt! Ich habe keine Lust, aber es muß sein: Ich lese Deutschlands größtes Sportmagazin. Damit verbringe ich die nächsten drei Stunden. Vielleicht auch vier oder fünf. Es geht um die Fußballtoto-Elferwette. Ich muß elf Siege, Unentschieden und Niederlagen voraussagen. Wie werden die Hunde rennen? Das steht zwischen den Zeilen. Die meisten Zeilen handeln von den ewigen Vertragsverhandlungen und Rechtsstreitigkeiten. Der kicker ist voll davon. Er ist das reinste Börsenblatt. Welcher Fußballprofi hat mehr Spaß am Fußballspielen als ein Lohnsklave am Arbeiten? Im 21. Jahrhundert will niemand was machen. Wer im Wohlstand leben will, muß lernen, lernen, nochmals lernen. Lenin war gut, Mann, der konnte reimen. Er gab mir das ideologische Rüstzeug, zum Nichtsmachen. Hätte er auch Ahnung vom Fußball gehabt, so könnte ich spazierengehen. Egal. Ich koche mir noch einen Kaffee und gucke in den Ofen, ob das Feuer noch an ist. Unter elf Spielausgängen gibt es meistens acht oder neun Standartergebnisse gegenüber zwei oder drei Überraschungen. Doch wo? Auf mein obskures System gehe ich hier nicht ein. Letzte Woche habe ich viele Überraschungen vorausgesehen. Ich kann es mir leisten, den Naivlingen, die ihr Geld im Zahlenlotto verspielen, höhnisch zuzuprosten. Zugegeben, das sind ziemlich große Töne für jemand, der nur zweimal neun Richtige hatte und somit nur 50 Mark gewonnen hat. Leider gab es zwischen den Bayern und der Eintracht keine Überraschung. Sonst hätte ich den Naivlingen ein Bier ausgegeben. Ich habe nichts gegen Bayern-Siege, solange sie sich in der richtigen Tippreihe wiederfinden. Lernen, lernen ...



So, was macht der Kaffee? Lodern die Flammen? Es hilft nichts, ich muß da durch. Ich kenne das schon aus verschiedenen Tageszeitungen. Wenn mich ein Thema interessiert, befinden sich eine Schlagzeile und einige Sätze auf Seite 1, die Fortsetzung auf Seite 4, der Kommentar auf Seite 2 und mehr dazu auf Seite 14. Zu jedem Thema. So wollen sie mich verrückt machen. Im kicker ist es genauso. 26 A4-Seiten mit Erster und Zweiter Bundesliga. Zu jedem beliebigen Verein gibt es einen gevierteilten Stimmungsbericht. Ich bin nur am Hin- und herblättern. Es ist so ermüdend. Wer wird spielen? Wer wird nicht spielen? Welcher Fußballprofi hat einen Muskelfaserriß, ein chronisches Erschöpfungssyndrom, eine neue Freundin, ein Knieproblem, eine Adduktorenzerrung, keine neue Freundin oder eine Sehnenscheidentzündung? Ich muß immer durchzählen, bei wem wie viele Spieler fehlen, um zu erahnen, nach welcher Seite das Pendel ausschlägt. Welcher Fußballprofi ging vor kurzem noch mit patriotischen Sprüchen hausieren und dachte wenig später global? Wenn vor einigen Jahrzehnten zwei Bundesligisten gegeneinander antraten, so traten im wesentlichen zwei Mannschaften der jeweiligen Region gegeneinander an. Wenn heutzutage zwei Bundesligisten gegeneinander antreten, so treten zwei Weltauswahlmannschaften gegeneinander an. Es ist so langweilig.



Ich verrate euch ein Geheimnis! Nein, doch nicht, weiß sowieso jeder: Am langweiligsten sind immer diese Rebellen. Aber halli-hallo! Sie rauchen Zigaretten und trinken Bier! Und wenn dann einer von ihnen das Maul aufreißt: "Ich sag meine Meinung, die laß ich mir nicht nehmen, ihr könnt mich alle mal, mich kriegt ihr nicht klein, aber eigentlich bin ich ein ganz netter Kerl!"



Damit können sie die Klatschkasper beeindrucken. Wenn ich vier oder fünf Stunden mit der Elferwette verbringe, habe ich manchmal keine Lust mehr. Ich bekreuzige rasch meine Tippzettel, kippe meinen Kaffee weg, drehe die Ofentür zu und gehe spazieren. So in Richtung Toto-Lotto-Laden-Frau. Sie nimmt meine neuen Tippscheine entgegen: "Junger Mann, dann bekomme ich noch 41 Mark 50!" Mit ihrem vielsagenden Blick trauert sie meinem schönen Geld hinterher. Ihre heruntergezogenen Mundwinkel verraten mir, daß sie glaubt, ich könne nicht mit Geld umgehen. Dabei ist es ihr Steuergeld. Souverän gebe ich ihr meine alten Tippscheine: "Hier, ick bekomm noch 50 Mark raus!" Sie wünscht mir viel Glück, womit meine neuen Tippscheine verhext sind.





FuVo 2006 erschien "DJ Baufresse". Du hast im Tiefbau gelernt und gearbeitet. Hat Schreiben das Leben der "Baufresse" verändert?


Andreas Gläser
Ich kann nur jeweils eine Wochenhälfte davon leben, in Hartz-IV-Germany kommen oft nicht einmal Menschen mit anständigen Berufen und einer 40-Stundenwoche um das JobCenter herum ... Mit der Veröffentlichung meines Zweitwerks tat ich mich schwer, Anfang 2006, also ein Jahr nachdem die Leute letztmalig nach dem nächsten Buch fragten, erschien „DJ Baufresse“. Die Titelgeschichte ist auch eine Zocker-Story, der Protagonist setzt 500 Euro auf zwei mal drei Heimsiege, er schrammt oft in der 90 Minute am totalen Verlust beziehungsweise Gewinn vorbei. Zitat: „Auf meinem Grabstein könnte stehen: Weder arm noch reich; früher frisch, nun bleich.“ Es gibt einige Storys für die Fußballfraktion, vom ´74er 0:1 bis zum ersten Auswärtsspiel mit dem BFC, aber „DJ Baufresse“ funktionierte als Titelgeber nicht wirklich. Mit dem Debüt rutschte ich locker in die Literaturregionalliga, der Nachfolger versprach aufgrund des Schliffs an der Schreibe und der erweiterten angesprochenen Zielgruppe den Aufstieg in die 2. Bundesliga, so fing es auch an; eine Stunde im WDR, bei einem Festival als relativer No Name abgeräumt, gute Kritiken … aber das waren Strohfeuer, irgendwas funktionierte nicht, ich stieg mit dem „DJ“ in die Liga ab, in welcher mein Verein seit Jahren herum kraucht.



FuVo Und das Schreiben geht weiter?


Andreas Gläser
Ich habe 2007 eine Anthologie plus CD mit schrägen Urlaubsgeschichten von Kollegen herausgegeben, „Pauschal ins Paradies“, ein Lebenszeichen; bevor endlich mein erster Roman erscheint, der immerhin schon auf dem PC existiert. Ich habe gerade einige Demos verschickt, aber nach jeder Messe müssen die Verleger einige Wochen ruhen. Schwer zu sagen, was aus „Die schöne Scheidung“ wird, eine fröhliche Trennungsgeschichte. Ein befreundeter Schauspieler würde das Material verfilmen. Aber Beziehungsgeschichten kennen die Verleger zur Genüge, die rollen beim Überfliegen derartiger Exposes eher mit den Augen, anderseits sind diese alten Blues-Nummern immer wieder Top-Ten-Erfolge. Jedenfalls reite ich 2008/09 nicht auf der Nummer als schreibender Bauarbeiter und BFC-Fan herum.



FuVo Deine Geschichten sind oft autobiografisch. Welche Musik legst du als DJ Baufresse auf?


Andreas Gläser
Vor Jahren habe ich nach Lesungen gerne mit Freunden und Kollegen aufgelegt, stilistisch war das so sprunghaft wie die Themen der Geschichten, wenn an einem Abend acht Autoren am Start waren. Surf, Ska, Rock, Schlager, Punk, irgendwas … das wurde nur von unseren Fans geduldet, aber für Leute, die weit nach der Lesung dazu stießen, hatte das DJ-Duo oft kein Gesicht, wir wurden irgendwann aus dem „eigenen Laden“ hinaus komplimentiert. Heutzutage lege ich im Rahmen von Lesungen konsequenter auf, überwiegend Old School Ska, Tanzmusik aus dem Jamaica der ´60er, diese Ansage wird verstanden. Während der Lesung intoniere ich gerne mit dem Saxofon ein Intro, wenn ein Kollege an das Mikro tritt … alles wird gut.



Lesungen für Fans bis Neuschwanstein



FuVo Gibst Du Lesungen auch außerhalb Berlins? Können Dich zum Beispiel Vereine, Fanprojekte und Fanklubs einladen?


Andreas Gläser
Ich habe bei einigen Vereinen gelesen, oder in Kneipen, wo überwiegend deren Fans waren; Arminia Hannover, Tennis Borussia, BFC Dynamo, Babelsberg 03 … auch im Rahmen des Berliner Fanprojekts. Einladungen wahr zu nehmen, ist meine Lieblingsart, Deutschland kennen zu lernen. Ich absolviere auch gerne erotische Lesungen auf dem Schloss Neuschwanstein.



FuVo Mit Blick auf den Titel: War der BFC auch Schuld am Mauerfall?


Andreas Gläser
Die größten Förderer des BFC forcierten mitunter auch den Niedergang, mit dem Bau und Fall der Mauer war das so ähnlich ... Klar, ich bin im Sommer ´89 nach Westberlin übergesiedelt, das haben die Mitgliedsstaaten des Rats der gegenseitigen Wirtschaftshilfe nicht verkraftet, der Serienmeister der Herzen auch nicht.



FuVo Vielen Dank für das Gespräch.



Veröffentlichungen von Andreas Gläser


2007 Pauschal ins Paradis Anthologie + Hörbuch-CD Verlag Voland & Quist


2006 DJ Baufresse Storys Verlag Gustav Kiepenheuer


2003 Zonenschläger Storys CD-Hörbuch, Mundraub


2002 Der BFC war Schuld am Mauerbau Storys Aufbau Taschenbuch Verlag

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